Die Weine der „fair & local cooking night 2013“

Stiftskellerei Neustift 

 

Das Augustiner Chorherrenstift Neustift, 1142 vom Brixner Bischof Hartmann gegründet, hat seine großen Besitztümer erfolgreich durch die Zeiten gebracht. Weil das Wirtschaften meistens klugen weltlichen Verwaltern überlassen wurde. Mit ihren sagenhaften Weingütern in Eppan, Bozen und Neustift können die Chorherren sorglos in die nächsten Jahrhunderte blicken. In der Bibel gibt es über 500 Textstellen, in denen vom Wein die Rede ist – das Blut Christi, der Weinberg des Herrn, die Verwandlung von Wasser in Wein usw. Der Wein gehört mehr zum Kult als das Wasser, von dem bei der Wandlung immer nur ein paar Tropfen verlangt wurden. Im Kloster Neustift sind die Weine in den letzten Jahren immer kräftiger geworden – die Augustiner Chorherren sind jetzt in der glücklichen Lage, dass sie bereits nach 2-3 Gläsern Sylvaner die würzigsten Predigten halten können.

 

Seitdem der energiegeladene Stiftsverwalter Urban von Klebelsberg den ruhigen, zähen Kellermeister Celestino Lucin nach Neustift gebracht hat, gehört die Stiftskellerei zu den Südtiroler Parade-Kellereien. Der „Gambero Rosso“ kürte im Jahre 2009 Lucin zum besten Önologen Italiens. Aus Überetscher und Bozner Lagen stammen die eleganten Neustifter Roten: Magdalener, Lagrein, Blauburgunder – und ein erregend gerbstoffreicher Rosenmuskateller. Pinot Grigio, Kerner, Sylvaner, Müller Thurgau und Gewürztraminer sind fruchtbetonte, säurerassige und mineralische Eisacktaler Kult-Weißweine von internationalem Premium-Format. Als „Fair Cooking“-Fan und Förderer der ersten Stunde steuert der Verwalter der Stiftskellerei Neustift, Urban von Klebelsberg, die Keller-Schätze aus der famosen „Praepositus“-Weinlinie bei – besonders der fruchtige, Gerbstoff-reiche Rosenmuskateller und der Lagrein als einheimischer Parade-Rotwein begeistern als ideale Begleiter zu den raffiniert gewürzten Knolle-Wurzel-Korn-Gerichten.

 

 

 

Eisacktaler Kellerei

 

Vieles in der Eisacktaler Kellerei erinnert daran, dass die Weine und auch deren Kellermeister länger leben, wenn man sich vom hektischen Zeitgeist nicht seine angestammte, selbstbewusste Ruhe austreiben lässt. In den ersten fünfzig Jahren ihres Bestehens sind die Eisacktaler Genossen mit zwei Langzeit-Kellermeistern sehr gut gefahren: Franz Dorfmann von 1961, dem Gründungsjahr der Genossenschaft, bis 1991 – im Juni 1991 trat der Sohn Thomas die Nachfolge an. Nun, mächtige Dynastien gibt es in der Südtiroler Weinwelt mehrere, im Falle von Dorfmann-Vater & Sohn muss, soll ausdrücklich ihr volksnaher Charakter hervorgehoben werden: die Eisacktaler gilt wohl als die Kellerei mit dem besten Weinpreis-Leistungs-Verhältnis.

 

Jetzt ist das Eisacktal zu 90% ein Weißwein-Tal, seit 10, vielleicht 15 Jahren sind besonders Eisacktaler Sylvaner, Veltliner, Kerner, Riesling und – mit einem gewissen Respektabstand – auch Gewürztraminer und Müller Thurgau auf dem italienischen Weinmarkt sehr beliebt. Seit zwanzig Jahren begeistert Thomas Dorfmann mit seiner gehobenen Qualitätslinie „Aristos“. „Die Kunden mögen die typische, kernige Säure und das feingliedrige Sortenbukett unserer Weißweine“. Sylvaner ist für den Eisacktaler Kellermeister der typische Wein seines Tales – auch sein liebster Wein. In früheren (Experimentier!)Jahren hat Thomas Dorfmann seinem Paradewein Sylvaner „Aristos“ vielleicht beim Einkellern ein zu enges, kräftiges Holzkleid verpasst – jetzt ist der Kellermeister reifer, wohl auch gelassener und gönnt ihm zur einen Hälfte eine Vergärung im großen Holzfass, der Rest kommt in den Stahltank. So entsteht ein Sylvaner, der sich mit den besten Sortenkollegen aus Deutschland messen lassen kann. Das Tüpfelchen auf dem –i- setzt der Grand Cru-Sylvaner aus dem Kloster Säbener Klostergarten: er heißt „Sabiona“, liegt ein ganzes Jahr auf der Feinhefe, strahlt die Gelassenheit eines alten Whiskeys aus und die Jugend eines Hürdensprinters …

 

 

 

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